Die Sommer in der Schweiz werden spürbar heisser. Tage mit Temperaturen über dreissig Grad sind keine Ausnahme mehr. Viele Menschen merken das zuerst in der eigenen Wohnung oder im Haus
Schlafzimmer, die nicht mehr auskühlen, Dachwohnungen, die sich wie ein Ofen anfühlen, und Fassaden, die unter der Hitze leiden.
Hitze ist damit nicht nur eine Frage des Komforts. Sie betrifft auch die Bausubstanz und langfristig den Wert einer Immobilie.
Warum heisse Sommer zum Thema für Gebäude werden
Gebäude sind über Jahrzehnte geplant worden, oft mit Fokus auf Kälteschutz und tiefe Heizkosten. Heute zeigt sich, dass der Schutz vor sommerlicher Hitze ähnlich wichtig wird.
Häufige Folgen sind
- starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die Materialien belasten
- hohe Oberflächentemperaturen auf Fassaden und Dächern
- Räume, die über viele Stunden deutlich über der Wohlfühltemperatur liegen
Studien von Hochschulen und Fachstellen gehen davon aus, dass die Zahl der Überhitzungsstunden in typischen Wohngebäuden weiter zunimmt, wenn nicht nachgerüstet wird.
Welche Schäden grosse Hitze anrichten kann
Wenn Hitze über längere Zeit auf ein Gebäude wirkt, kann das sichtbare Spuren hinterlassen.
Typische Beispiele
- feine bis tiefere Risse im Mauerwerk, vor allem an Fassaden und in Gebäudeecken
- verzogene Fenster und Türen, sodass sie schlechter schliessen
- nachlassende Wirkung älterer Dämmstoffe, die sich setzen oder austrocknen
- thermischer Glasbruch, wenn sich Teile einer Scheibe unterschiedlich stark erwärmen
Solche Schäden entstehen nicht von heute auf morgen, sie bauen sich über Jahre auf. Wer sie früh erkennt, kann Gegenmassnahmen ergreifen, bevor es teuer wird.
Auswirkungen auf Wohnqualität und Immobilienwert
Überhitzte Räume wirken sich direkt auf den Alltag aus. Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten im Homeoffice und ein generelles Unwohlsein gehören zu den häufigsten Rückmeldungen.
Für den Marktwert einer Immobilie spielen mehrere Punkte zusammen
- sichtbare Schäden an Fassade, Fenstern oder Dach
- schlechte Energiebilanz im Sommer und im Winter
- fehlende oder ungenügende Sonnenschutzelemente
- Grundrisse, die eine natürliche Durchlüftung erschweren
Gut vorbereitete Gebäude bleiben in heissen Sommern länger angenehm bewohnbar. Fachanalysen zeigen, dass Objekte mit sorgfältigem Hitzeschutz ihre Attraktivität besser halten und weniger Preisabschläge hinnehmen müssen.
Was Mieter kurzfristig tun können
Nicht alle wohnen im eigenen Haus. Trotzdem gibt es auch in Mietwohnungen Möglichkeiten, die Temperatur etwas zu senken.
Hilfreich sind zum Beispiel
- tagsüber konsequent zu beschatten, vor allem an Süd und Westseiten
- frühmorgens und nachts zu lüften, solange die Luft draussen kühler ist als drinnen
- Textilien wie Vorhänge, Teppiche oder Bettwäsche eher hell zu wählen, damit sie weniger Wärme aufnehmen
- elektrische Geräte, die viel Abwärme erzeugen, nur bei Bedarf zu nutzen
- grössere Zimmerpflanzen einzusetzen, die für ein etwas feuchteres und angenehmeres Raumklima sorgen
Solche Schritte ersetzen keine baulichen Massnahmen, können den Alltag aber spürbar erleichtern.
Welche Massnahmen sich für Eigentümer lohnen
Für Eigentümerinnen und Eigentümer lohnt sich ein Blick auf die gesamte Gebäudehülle. Sinnvolle Schritte sind zum Beispiel
- Dichtheit und Zustand der Fenster prüfen und bei Bedarf verbessern
- aussenliegende Beschattung nachrüsten, etwa mit Lamellen oder Markisen
- Dach und Dachboden so dämmen, dass sich die Fläche im Sommer weniger aufheizt
- bei anstehenden Sanierungen Sonnenschutzverglasungen und geeignete Dämmstoffe einplanen
- wo möglich Begrünungen auf Dach, Fassade oder im Hof nutzen, um Umgebungstemperaturen zu senken
Welche Massnahmen passend sind, hängt vom Alter des Gebäudes, vom Standort und vom Budget ab. Oft ergibt eine Kombination aus mehreren kleineren Schritten eine grosse Wirkung.
Klimanpassung als Teil der Immobilienstrategie
Heisse Sommer werden uns in der Schweiz langfristig begleiten. Für Eigentümer bedeutet das, Hitzeschutz ähnlich ernst zu nehmen wie Wärmedämmung im Winter. Wer rechtzeitig handelt, schützt
- die Bausubstanz
- die Gesundheit der Bewohnenden
- den langfristigen Wert der Immobilie
Die i24 immobilien gmbh beobachtet diese Entwicklung seit Jahren und erlebt im Alltag, wie wichtig das Thema bei Besichtigungen geworden ist. Kaufinteressenten fragen gezielt nach Hitzesituation, Sonnenschutz und Dämmung. In Beratungen schauen wir deshalb immer auch auf diese Punkte, wenn Eigentümer eine Sanierung planen oder über einen Verkauf nachdenken.
Quellen:
• Wüest Partner Klimarisiko-Analyse Schweiz (2025)
- Obligationenrecht OR Art. 256–273c
- Wüest Partner Klimaanalyse 2025→ https://www.wuestpartner.com/de/insights/studien/klimaanalyse-2025
- HSLU / Hochschule Luzern – Überhitzungssimulation (2018)→ https://www.hslu.ch/de-ch/technik-architektur/forschung/gebaeudetechnik-und-erneuerbare-energien/klimaanpassung-im-gebaeudesektor/
- BSB-Studie (Deutschland) zu Hitzeschäden (2023)→ https://www.bsb-ev.de/publikationen/
- Fensterblick.de – Glasbruch durch Hitze→ https://www.fensterblick.de/glas/glasbruch.html
- Effizienzhaus-Online – Sommerlicher Wärmeschutz→ https://www.effizienzhaus-online.de/modernisieren/klimaschutz-im-eigenheim/waermeschutz-im-sommer
- BAUphysik.CH – Klimaanpassung im Bestand→ https://www.bauphysik.ch/klimaanpassung-im-bestand.html
- Bundesamt für Umwelt (BAFU) – Gebäudestrategien & Hitzebelastung→ https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/klima/fachinformationen/klimaanpassung/anpassung-an-den-klimawandel-im-siedlungsraum.html